Wenn der Winter langsam weicht und die ersten warmen Sonnenstrahlen die Landschaft erhellen, beginnt im Weinberg eine der wichtigsten Phasen des Jahres: die Frühjahrsarbeiten. Jetzt wird der Grundstein für die kommende Weinlese gelegt.
Nach dem Rebschnitt im Winter stehen die Reben zunächst noch karg und unscheinbar da. Doch mit steigenden Temperaturen erwachen sie zum Leben. Eine zentrale Aufgabe im Frühjahr ist das sorgfältige Biegen der verbliebenen Fruchtruten – die sogenannte Bogenrebe.
Dabei wird die Rute behutsam nach unten gebogen und am Drahtrahmen befestigt. Dieses Biegen ist mehr als reine Formsache: Es sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Triebe entlang der Rute und fördert einen ausgewogenen Austrieb. So wird verhindert, dass nur die oberen Knospen stark wachsen, während die unteren verkümmern.
Diese Arbeit erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Die Reben dürfen weder brechen noch zu stark unter Spannung stehen. Jeder Handgriff entscheidet mit darüber, wie gut sich die Pflanze im Laufe der Saison entwickelt.
Parallel dazu beginnt das Anbinden junger Triebe und das erste Lockern des Bodens. Ziel ist es, die Reben optimal mit Nährstoffen und Luft zu versorgen. Auch der Pflanzenschutz wird vorbereitet, denn die zarten, neuen Triebe sind besonders anfällig für Krankheiten.
Das Frühjahr im Weinberg ist daher eine Zeit intensiver Pflege und Aufmerksamkeit. Es ist die Phase, in der aus scheinbar leblosen Reben wieder kraftvolle Pflanzen werden – und in der Winzerinnen und Winzer mit viel Hingabe die Basis für Qualität und Charakter des späteren Weins schaffen.
























